Neue Mietwohnungen in der Austraße

Der SBKeG hat einen zweiten Einstieg in das Thema Austraße unternommen. Nachdem der erste Planungsanlauf 2004 nicht weiter verfolgt worden war, startete der SBKeG nun ein offenes Werkstattverfahren.

In einem für alle Interessierten offenen Verfahren sollten neue Planungskonzepte für den westlichen Abschluss der Austraße entwickelt werden. Der Fortbestand der Siedlung ist durch die vom SBKeG ausgesprochenen Erhaltungsgarantie gesichert.

Zu diesem Werkstattverfahren hatte der SBKeG die Bewohner der Austraße, Vertreter des Gemeinderats, die Stadtverwaltung und vier Konstanzer Architekturbüros eingeladen. (BauWerkStadt, Biehler Weith Associated, krehl.girke architekten, Lanz Schwager Architekten) Begleitet und moderiert wurde das zweitägige Verfahren von externen Gutachtern aus den Bereichen Architektur, Landschafts- und Stadtplanung. Schon im Vorfeld waren die Bewohner beim Sommerfest in der Austraße, sowie bei einer Informationsveranstaltung auf das Verfahren eingestimmt worden.

Die Werkstatt selbst fand in einem leer stehenden Gebäude im Planungsgebiet statt, in dem sich auch die beteiligten Architekturbüros zur kreativen Ideenfindung einfanden. Zwei Tage lang konnten Bürger, Bauherren und Gutachter auf Augenhöhe miteinander diskutieren und die parallel arbeitenden Büros bei der Entwicklung ihrer Konzepte verfolgen, Rückfragen stellen und sich aktiv in den Planungsprozess einbringen.

Strukturiert wurde der Tagesablauf durch ein zweimal am Tag stattfindendes Plenum. Hier wurden die Zwischenergebnisse vorgestellt und diskutiert. Dies ermöglichte allen Teilnehmenden die prozesshafte  Entwicklung der Arbeiten nachzuvollziehen, Anregungen zu geben, aber auch durch kritische Anmerkungen Impulse zu setzen. Welch positive Dynamik dieses in Konstanz erstmals angewandte Werkstattverfahren hatte, zeigte sich unter anderem an der in der Austraße wohnenden Familie Bernhard. Sie entwickelte über Nacht neue Planungsideen und präsentierte diese am nächsten Tag im Plenum. Mit der Wahl dieses offenen Verfahrens hat der Auslober ein Höchstmaß an Transparenz und Flexibilität ermöglicht. Er hat zudem den Raum geboten, einen gemeinsamen Wissensstand zu erarbeiten und dadurch eine Vertrauensbasis geschaffen.

Im Wesentlichen kristallisierten sich am Ende zwei unterschiedliche Planungsansätze heraus: Zum einen die behutsame Weiterentwicklung der vorhandenen Siedlungsstruktur, zum anderen die Ausformulierung eines eindeutigen Siedlungsabschlusses.

Anders als beim klassischen Architekturwettbewerb wurde hier keine Arbeit prämiert. Zum Abschluss des Verfahrens am Samstag wurden von den Gutachtern und Gutachterinnen Leitsätze zum Thema Städtebau, Freiraum und Erschließung formuliert. Diese geben der weiteren Bearbeitung des Projektes den Rahmen und bilden die Basis für die Fortführung.
Alle beteiligten Architekturbüros haben durch ihren Mut und ihre vielfältigen und kreativen Ideen Wesentliches zu einer Lösung beigetragen.