1937 - 1947

1937 und 1938 entstanden als Arbeitersiedlung in vier Bauabschnitten in der Austraße 29 Häuser mit 116 Wohnungen. Unsere Häuser prägen bis heute das Bild dieser Straße. Für den Bau galten bedingt durch eine günstige Finanzierung besondere Vorschriften. So mussten in einem zweistöckigen Haus jeweils vier Familien untergebracht werden. Wichtig war, „dass jeder Mieter ein größeres Stück Land als Hausgarten erhielt“ und „der zahlreiche Nachwuchs … gedeiht“, so die Festschrift zum 60-jährigen Jubiläum.

1939 brachte der begonnene Weltkrieg wie schon zuvor die NS-Diktatur einschneidende Veränderungen. Juden durften nicht mehr Genossenschaftsmitglieder sein und mussten zum 31.12.1938 ausscheiden. Im Zuge der „Arisierung des Wohnraums“ auf Grundlage des Gesetzes „über die Mietverhältnisse mit Juden“ mussten jüdische Bewohner auch zwangsweise entmietet werden und wurden in „Judenhäuser“ eingewiesen.

Die Fertigstellung der Austraßensiedlung verzögerte sich durch Materialmangel und durch die Einberufung der Männer bis Ende 1940.

In den letzten Kriegsjahren wurde es immer schwieriger, selbst die notwendigsten Reparaturen durchzuführen. Nach Kriegsende und bis zur Währungsreform war Material fast nur im Tauschhandel zu bekommen und Handwerker arbeiteten (gegen Naturallohn) lieber auf dem Land als in der Stadt.

Austraße 1937-1940

1924 - 1936

Mit der Einführung der Goldmark 1924 war die Inflationszeit überwunden. 1928/29 und 1931 und 1934 wurden in der Petershauserstraße, der Turnierstraße, der Gottlieberstraße und am Friedrich-Pechtweg 34 Wohnungen errichtet. Gleichzeitig erhielten die vor 1914 erstellten 98 Wohnungen elektrische Leitungen.

1936 feierte der Verein sein 40-jähriges Jubiläum mit 745 Mitgliedern und 361 Wohnungen. Neubauten waren u. a. 25 Wohnungen für Zollbeamte. 1936 wurde eines der größten Bauvorhaben begonnen: die Siedlung in der Austraße auf 16.232 qm, die von der Stadt erworben wurden. 1936 nahm der Verein auch die verbliebenen 90 Mitglieder des Spar- und Bauvereins Wollmatingen auf. Zuvor war im Zuge der Gleichschaltung die selbstständige Gemeinde Wollmatingen nach Konstanz eingemeindet worden. Der Wollmatinger Verein brachte alle seine finanziellen Verpflichtungen und seine zwischen 1926 und 1930 erbauten 12 Häuser mit 34 Wohnungen ein.

Gottlieber Straße 1931

Wollgrasweg 1926-1930

1921 - 1923

Mit der Siedlung im Sierenmoos, die in ihren wesentlichen Teilen von 1921 bis 1923 - also noch in der Inflationszeit - entstand, gelang dem noch jungen Spar- und Bauverein ein beispielhaftes Wohnprojekt: Die Kleinhaussiedlung, an deren Entstehung viele Genossenschaftler mitwirkten, bot kinderreichen Familien neuen, hellen und somit gesunden Wohnraum und Gärten für die Selbstversorgung. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen entstanden weitere Wohnungen in der Luisen- und der Allmannsdorferstraße sowie im Paradies in der Gottlieberstraße, am Friedrich-Pecht-Weg und in der Turnierstraße.

Sierenmoos

1899 - 1911

Als erstes Vorhaben mietete die Genossenschaft die Häuser Zur Laube 1 und Tägermoosstraße 5 an und sie erwarb Grundstücke für Wohnbauten. Schon 1899 konnte für die Wohngebäude Grießeggstraße 12, 14 und 16 sowie Turnierstraße 42 Richtfest gefeiert werden. Diese Häuser stehen auch heute noch und sind nach wie vor bestens vermietbar. In den Jahren 1904 bis 1911 folgte ein Großbauvorhaben an der Tenbrinkstraße.

Grießeggstr. 12

1896

Am 1. August 1896 wurde der Spar- und Bauverein Konstanz als zweite badische Baugenossenschaft gegründet und am 2. September 1896 in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Konstanz eingetragen.
Im Mittelpunkt der Gründungsidee lag die Erkenntnis, dass nur durch Selbsthilfe in Form einer Genossenschaft die Wohnungsverhältnisse in Konstanz entscheidend verbessert werden könnten. 
Man wollte aber nicht nur die Wohnungsnot beseitigen, sondern auch gesunde, ausreichend große, familiengerechte Wohnungen mit Licht und Sonne nach den neuesten Methoden bauen und nur nach kostendeckenden Prinzipien vermieten.

Geschäftsanteil-Schein